Archiv für das Tag 'Christentum'

Jun 25 2008

Darf ich als Christ Reiki anwenden bzw. anbieten?

Autor: Jörg. Abgelegt unter Allgemein

Genau diese Frage hat mich schon seit längerer Zeit beschäftigt und mich im wesentlichen auch davon abgehalten, weiter in diesem Blog zu schreiben und aktiv Reiki anzubieten. Doch zunächst mußte ich für mich klären, was bin ich eigentlich? Bin ich nun Zen-Buddhist oder doch eher Christ und wie passt da Reiki in das Konzept. Kurzum, ich befand mich in einer ausgewachsenen sprituellen Krise.  Auf der einen Seite habe ich lange Zeit (und tue es noch immer) das Zazen, die zenbuddhischtische Meditation, ausgeübt und beschäftige mich viel mit den entsprechenden Themen und versuche sie auch in der Alltagswelt umzusetzen. Verstärkt wird dies noch durch den Weg (Do) der japanischen Kampfkunst Aikido, den ich leidenschaftlich gehe.

Auf der anderen Seite glaube ich an einen persönlichen Gott und an das Prinzip der Nächstenliebe, das durch Jesus Christus den Menschen vermittelt wurde. Daher bin ich kürzlich wieder in die evangelische Kirche eingetreten. Zu dem Thema “Vereinbarkeit von Christentum und Zenbuddismus” habe ich eine sehr interessante Internetseite des Pfarrers Matthais gefunden, der eine Gemeinde in Berlin betreut (http://www.stefan-matthias.de/Uebermich/uebermich.html). Ich habe für mich die Lösung dahingehend gefunden, daß ich im Bewußtsein als Christ zenbuddhistische Methoden und Gedanken aufgreifen und versuchen werde, sie in die Realität um zusetzen.

Jede Religion hat ihren Auftrag. Der östliche Weg beinhaltet die Geistige Freiheit während der westliche die Nächstenliebe als zentrales Thema umfaßt. Reiki-Ho hingegen ist keine Religion, sondern eine Methode mit dem Ziel, zunächst seinen eigenen Weg zu finden. Ähnliche Methoden stellen auch die Meditation, die Arbeit mit Klangschalen oder das autogene Training usw. dar. Meine Reiki-Lehrerin hat den folgenden Vergleich aufgestellt, den ich voll unterstützen möchte, “Die  Reiki-Anwendung, die wir als Ruhebehandlung bezeichnen, könnte man auch als liebevolle Akupunktur über die Hände benennen”.
 
Für mich als Christ stellt diese Form von Zuwendung absolut kein Widerspruch dar.  Denn ich lege die Hände auf “Stresspunkte bzw. - Zonen” und wünsche mir von Herzen diesem Menschen helfen zu können. Wenn der Stress in seinem Körper und in seiner Psyche -zumindest für eine ganze Weile- aufgelöst wird und ihm geholfen wird, sein Leben wieder positiv zu gestalten, dann ist es richtig, daß ihm diese Möglichkeit geboten wurde. 

Schwierigkeiten gibt es für mich mit den Menschen, die von Handauflegen und von Heilung reden, die sich in den Mittelpunkt stellen, viel Geld dafür verlangen und dann von “Geistiger Weiterentwicklung” sprechen! Diese Leute haben die Methode des Reiki-Ho in Mißkredit gebracht. Von diesen Machenschaften gilt es sich deutlich zu distanzieren!
 
Dagegen ist es neu, dass es Menschen gibt, die Hand auflegen und NICHTS dafür VERLANGEN. Dies ist das Konzept des Anna-Hauses, dem ich mich angeschlossen habe (http://www.anna-haus.de/). Das Anna-Haus hat nicht die Aufgabe  Religionsunterricht zu betreiben, sondern ALLE so anzunehmen, wie sie sind. Es will dem Menschen hilfreich zur Seite stehen und dafür muss man frei im Kopf und nicht gegen etwas sein. Alle Religionen könnten hier gemeinsam praktizieren. Daher kann ein Anna-Haus durchaus muslimisch oder buddhistisch sein.
 
Wenn immer mehr Reiki-Leute signalisieren: “Ich öffne mein Haus für Dich. Wenn Du Sorgen oder Probleme hast, dann kannst Du zu mir kommen. Wenn du möchtest kannst Du hier auftanken. Das Geld hat für mich keine Wichtigkeit. Du kannst mir das geben, was du kannst”. Dann ist es ein Signal der Nächstenliebe. Was in Liebe gedacht ist, wird auch seinen Weg finden. In dieser Art und Weise ist für mich die Anwendung von Reiki vertretbar und dies möchte ich auch weiterhin tun. Als nächstes “Opfer” ist meine Frau dran, die nun eine Einstimmung erhält.

Es wäre schön, wenn ich zu dieser wichtigen Frage viele Kommentare erhalten könnte. Vielen Dank!

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